Geschichte 2

In der Vergangenheit wurde das Alte Land immer wieder von Sturmfluten heimgesucht. Die erste urkundlich registrierte Sturmflut war die Julianenflut am 17. Februar 1164. In unserer Familie sind nur von der Sturmflut im Februar 1825 Informationen überliefert worden. So berichtet Heinrich Eckhoff 1972 im 92. Lebensjahr: „Von den damals ganz alten Leuten habe vor der Jahrhundertwende (1900) einiges erfahren.

Auf dem Eckhoffschen Hof kamen 25 Kopf Rindvieh um, Pferde wurden wenigstens vier gerettet, indem man, als das Wasser sich näherte auf  Hau und Stroh und sonstige Materialien, wie Wagenleitern, eine erhöhte Stellung auf der Diele schuf, die so angelegt war, dass die Pferde darauf mit Hals und Kopf durch die Luken ragten und vom Heuboden aus gefüttert werden konnten. Die Einwohnerschaft hauste auf dem Getreideboden, wo man sich half, dass ein großer Kessel als Feuerstelle diente über die ein kleiner Kessel zur Nahrungszubereitung aufgehängt wurde.

Die Außenverbindung geschah per Boot. Als die Flut sich verlief, ging es ans Aufräumen und Herstellen, was gewiss in den verschlammten Hofstellen und Länderein alle vorhandenen Kräfte in Anspruch nahm. Selbsthilfe, aber auch die Hilfe der Regierung von Hannover aus, waren gemeinsam am Werk. Es fehlte jedoch an Leuten und Pferden. Jeder Hof musste Gespann für die Erdbewegungen zum Deichbau liefern; Hein Eckhoff hatte ein Gespann mit einem Mann an die Deichbruchstelle zu entsenden. Diese Aufgabe wurde dem ältesten Sohn, Ahrend, meinem Großvater, übertragen. Er ist 1816 geboren, war damals also 9 Jahre alt.

Nach der Flut vergingen Jahre, bis wieder ordnungsgemäß gewirtschaftet wurde.“

 
 
 

Die geschichtliche Entwicklung des Alten Landes ist eng mit dem Obstbau verknüpft. Der Obstbau hat gier ein beachtliches Alter.

Bereits im Jahr 1350 wird der erste „Baumgarde“ = Baumgarten beurkundet. Die Anregung zum Obstbau ging wie überall von den damaligen Klöstern aus. 

Ab 1850 wurden die Obstanpflanzungen verstärkt. Das hängt unmittelbar zusammen mit den Arbeiten von Justus von Liebig, der die mineralische Düngung einführte. Dadurch wurden die ausgelaugten Geestböden wieder für Weizen anbaufähig und die Landwirtschaft auf der Geest  bekam wegen der wesentlich leichteren Bearbeitungsmöglichkeiten ihrer Böden einen enormen Vorteil gegenüber der schweren Marsch. War das Marschland bisher der natürliche Weizenlieferant vor allem für Hamburg, so musste es jetzt wegen der kulturtechnischen Schwierigkeiten ins Hintertreffen gelangen. Als Ersatz bot sich die Ausweitung des Obstbaus in Kombination mit Rindviehhaltung.

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